Portraits

Releave – mein erstes Bandshooting

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Ich habe mich bis zu diesem Tag stets damit begnügt, meine diversen Taschen grob abzuwischen bevor sie verstaut wurden. Nach diesem Shooting allerdings wurde erstmal der Staubsauger ausgepackt.

Wieso es zu diesem einschneidenden Erlebnis kam? Ich will es euch verraten.

Ein Freund von mir bat mich vor einer Weile von ihm und seiner Band Releave einige aktuelle Bilder für ihre Social Media Präsenzen zu schießen. Nach langer Termin- und noch längerer Locationsuche stand unser Plan: Wir würden dem Pleistalwerk einen Besuch abstatten. Der Charme eines solchen Lost Place sollte die gewünschte Atmosphäre in die Bilder zaubern. Für die richtige Belichtung in der dunklen Lagerhalle hatte ich Tage zuvor noch schnell einen 2×1.5m Reflektor bestellt –  man muss ja vorbereitet sein.

Die Location selbst enttäuschte uns nicht, auch wenn die gelegentlich herausbrechenden Deckenstücke nicht unbedingt Sicherheit suggerierten. An unserem Shooting Tag Mitte Februar herrschten überdies -4°C – ein zweiter, guter Grund sich nicht allzu viel Zeit zu nehmen.

Der Reflektor hinterließ zwar dauerhafte Augenschäden bei allen beteiligten Bandmitgliedern, dankenswerter Weise braucht man ja primär sein Gehör zum musizieren, aber die gebotene Lichtmenge war Gold wert.

Weniger goldig war allerdings das Schauspiel das ich bot als die Bilder nach einer Stunde schließlich alle im Kasten waren. Der gewaltige Reflektor hatte sich mittlerweile an seine entfaltete Freiheit gewöhnt und wehrte sich vehement gegen ein erneutes Zusammenfalten. Völlig entnervt gab ich nach einer viertel Stunde jegliche Sorgfalt auf und verließ mich auf eine gewisse Widerstandfähigkeit des Materials –  mit Erfolg übrigens.

Was aber goldig war, waren wir selbst – die Atmosphäre der alte Fabrikhalle war mit feinem Staub gesättigt der sich in jede erdenkliche Stoffpore setze und uns und mein Equipment schimmern ließ. Damit wären wir beim Staubsauger angelangt, einfaches Staubwischen erwieß sich nämlich als hoffnungsloser Fall. Übrigens: Manche Teile sehen heute noch aus als wären Goldfäden eingenäht.

Mit dieser kleinen Annekdote möchte ich auch schließen.

Falls ihr selbst je in die Situation kommt ein Bandshooting machen zu können: Bands sind super, macht es!

Yannic 🙂

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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